Ein Backlink ist ein Link von einer anderen Website auf Ihre Website. Suchmaschinen werten ihn als eine Art „Empfehlung“ oder „Stimme“: Wenn eine Website Sie als Quelle angibt, ist das ein Signal dafür, dass Ihre Inhalte vertrauenswürdig und wertvoll sind. Dieses Signal ist jedoch nicht bei jedem Link gleich stark – manche Backlinks verbessern Ihr Ranking, manche bewirken gar nichts, andere schaden sogar.
Was ist ein Backlink?
Technisch gesehen ist ein Backlink ein Link in einer HTML-Seite in der Form <a href="siteniz.com">,
der auf Ihre Domain verweist. Er sollte nicht mit dem Begriff „Referring Domain“ (verweisende Domain)
verwechselt werden: Selbst wenn dieselbe Website von 50 verschiedenen Seiten auf Sie verlinkt, ist das nur eine
„Referring Domain“ – und in der Regel bringt ein Link von einer starken Domain deutlich mehr als 50 Links
von derselben Website.
Warum ist er immer noch wichtig?
Eine der ältesten und grundlegendsten Komponenten des Google-Ranking-Algorithmus ist die backlinkbasierte Autoritätsberechnung (das Erbe von PageRank). Auch wenn Inhaltsqualität und Nutzersignale an Bedeutung gewonnen haben, ist der Backlink vor allem bei umkämpften Keywords nach wie vor ein entscheidender Faktor. Selbst wenn zwei Websites gleich gute Inhalte erstellen, steht meist diejenige mit dem stärkeren und relevanteren Backlink-Profil weiter oben.
Was macht einen hochwertigen Backlink aus?
| Kriterium | Gut | Schwach/riskant |
|---|---|---|
| Autorität der Quellseite | Bekannte Website mit eigenem organischen Traffic | Neu erstellte „Linkfarm“ ohne Inhalte |
| Thematische Relevanz | Website zum gleichen oder einem ähnlichen Thema | Völlig fremde Branche |
| Linkkontext | In einem passenden Absatz, in einem natürlichen Satz | Als Linkliste am Seitenende |
| Redaktionell oder nicht | Vom Autor freiwillig gesetzt | Gegen Bezahlung massenhaft eingefügt |
| Vielfalt | Von verschiedenen Domains, mit natürlichem Wachstum | Hunderte neue Links auf einmal |
Unterschied zwischen Dofollow und Nofollow
Wird einem Link rel="nofollow" hinzugefügt, teilt man der Suchmaschine mit: „Diesen Link nicht
für die Weitergabe von Autorität werten.“ Soziale Medien, Foren und die meisten Kommentarbereiche verwenden
standardmäßig Nofollow.
Daneben gibt es zwei weitere Varianten: rel="sponsored" (für Werbe-/gesponserte Links)
und rel="ugc" (für nutzergenerierte Inhalte, z. B. Kommentare).
Google behandelt alle drei als Signal für „keine echte redaktionelle Empfehlung“.
Nofollow-Links sind nicht wertlos. Auch wenn sie keine direkte Ranking-Autorität weitergeben, können sie echte Besucher bringen, Ihre Markenbekanntheit steigern und dafür sorgen, dass Ihr Linkprofil natürlich wirkt. Sich nur auf Dofollow-Links zu konzentrieren und Nofollow-Chancen auszuschlagen, ist eine falsche Strategie.
Methoden für natürliche Backlinks
- Erstellen Sie verlinkenswerte Inhalte. Seiten mit eigenen Daten, Studien, Leitfäden oder Tools werden ganz natürlich als Referenz genannt.
- Schreiben Sie Gastbeiträge (Guest Posting). Verfassen Sie einen wertvollen Beitrag für echte, aktive Blogs Ihrer Branche und erhalten Sie dafür einen Link – nicht auf massenhaften, minderwertigen Websites.
- Nutzen Sie Broken-Link-Chancen. Suchen Sie auf Websites Ihrer Branche nach nicht mehr funktionierenden Links und bieten Sie dem Betreiber Ihre passenden Inhalte als Alternative an.
- Pressemitteilungen und Interviews. Wer lokalen oder branchenspezifischen Nachrichtenseiten Inhalte mit echtem Nachrichtenwert anbietet, erhält natürliche und starke Links.
- Gegenseitige Promotion durch Partnerschaften und Kooperationen. Bitten Sie Lieferanten, Geschäftspartner oder Kunden, auf ihren Seiten „Referenzen/Partner“ aufgeführt zu werden.
- Eintrag in Branchenverzeichnisse und Kammern. Ein Eintrag in der Mitgliederliste vertrauenswürdiger Institutionen wie Handelskammern oder Branchenverbände ist eine risikoarme und dauerhafte Linkquelle.
Schädliche Backlink-Taktiken
Die Webmaster-Richtlinien von Google verbieten Linkmanipulation ausdrücklich. Die folgenden Taktiken mögen kurzfristig wirksam erscheinen, können bei Entdeckung jedoch zu einer manuellen Maßnahme führen:
- Massenkauf von Links – insbesondere Pakete wie „1000 Backlinks für 50 TL“
- Private Blog Network (PBN) – Scheinwebsites, die nur zum Verlinken erstellt wurden
- Automatisierter Verzeichnis-/Foren-Spam – per Bot Links auf Tausenden Websites hinterlassen
- Überoptimierte Ankertexte – in jedem Link exakt dasselbe Keyword
- Linktausch-Netzwerke – regelmäßige Tauschnetzwerke nach dem Motto „Verlinkst du mich, verlinke ich dich“
Das Abstrafungsrisiko ist real: Erhält eine Website mit manipulativem Linkprofil eine manuelle Maßnahme, können ihre Rankings komplett einbrechen – und die Aufhebung der Abstrafung kann Monate dauern. Ein kurzfristiger Sprung ist dieses langfristige Risiko nicht wert.
Wie prüfen Sie Ihr Backlink-Profil?
Der Bericht Links im linken Menü von Search Console listet kostenlos die externen Websites auf, die auf Ihre Website verlinken. Prüfen Sie regelmäßig Folgendes:
- Gibt es viele neue Links, die unerwartet, themenfremd oder verdächtig wirken?
- Welche Websites verlinken am häufigsten – sind sie Ihnen tatsächlich bekannt?
- Welche Ihrer Seiten erhalten die meisten Links – halten Sie diese Inhalte vorrangig aktuell.
Wenn Sie verdächtige, massenhaft gesetzte Links bemerken, die Sie nicht angefordert haben, können Sie diese mit dem Disavow-Tool (Links entwerten) von Google von der algorithmischen Bewertung ausschließen – dieses Tool ist jedoch ein Eingriff für Fortgeschrittene und sollte mit Bedacht eingesetzt werden.
Linkaufbau entfaltet seine Wirkung erst im Zusammenspiel mit Inhalten und technischem SEO. Für die technische Gesundheit Ihrer Website lesen Sie unseren Beitrag zu Core Web Vitals, für allgemeine Methoden unseren Leitfaden zur Steigerung des organischen Traffics.